LISA … On Her Way

Manche Dinge brauchen länger, – und einige sehr viel länger. Die »Lisa-Fortsetzung« war ja schon für Ende 2017 versprochen. Aber wenn man nach dem Shooting nicht wirklich dranbleibt, dann findet man Wochen, Monate später nicht mehr den richtigen Einstieg ins Thema. Und einen lustlos dahin geknallten Blogpost, daß ist nun mal nicht so mein Ding. Smile

Getroffen haben wir uns kurz nach dem Bookeh-Photowalk anläßlich der Teststellung einer besonders hochauflösenden Mittelformat-Kamera, die am Ende mitverantwortlich für die Verzögerung war, – doch dazu unten mehr.

Wir hatten einen ganzen Shooting Tag geplant. Erst einmal raus ins Grüne und die herbstliche Stimmung mitnehmen, auch wenn sich das Wetter schon bedenklich in Richtung »bewölkt« drehte.

Lisa war gut drauf, vielleicht auch ein wenig neugierig, – die Situation war ja auch eine andere, als beim zufälligen Shooting während des Photowalks. Irgendwie suchte sie für sich so ihre Rolle. Man sieht es vielleicht auch in den Bildern. Mal zurück­haltend, vielleicht distanziert, – dann wieder bestimmt und dezidiert, – ja, dann auch welche mit einem Anflug von Romantik.

Für mich ungewöhnlich als SW-Nostalgiker, aber letzendlich habe ich doch alle Bilder in Farbe bearbeitet. Die bunten Farben vom herbstlichen Grün und der Look von Lisa paßten einfach besser zusammen. Seht selbst!. Auch nach der langen Zeit gefallen mir die Bilder noch immer. Sie spiegeln die Situation so wider, als wäre es gestern gewesen.

Das sich anschließende Studioshooting war nicht minder produktiv, wenngleich völlig anders … Mal sehen, wie lange der Blogpost dazu wohl dauert?  Smile

 


DER LANGE WEG ZUM BLOGPOST …

Ich will an dieser Bildststrecke einmal aufzeigen, warum und wodurch sich ein Blogpost so verzögern kann …

Zunächt ja, die Test-Kamera war eine Klasse für sich; Farbtiefe und Detailreichtum sind einfach Mega. Sie ist zwar nicht die schnellste, aber die Bildergebnisse sind einfach überwältigend. Daher dachte ich im ersten Überschwang noch so: »och, das geht sogar mit den JPG-Files«. Also an die Arbeit. Ging auch ganz gut, ja, bis dann irgendwann meine Software etliche Original-JPG-Daten geschreddert hat: »diese Datei ist beschädigt«, oder so ähnlich. jedenfalls nicht mehr zu reparieren. Also »ersatzweise« die RAW-Datei ausgepackt … puh, noch mal Glück gehabt.

Aber bei den »ausgepackten«, system- und programmrelevanten Daten reden wir dann schnell über mehr als 250 MB für jedes einzelne Bild! Und jeder Bearbeitungsschritt führt zu 10-20 sec »Denkpause« beim Rechner! Man kann sich schnell vorstellen, daß man dann für jedes Bild auch schon mal 1 Stunde braucht. Bei 30 Bildern sind das also leicht 2 bis 3 komplette Tage!

Da ich Lisa nicht allzu lange für eine erste Vorauswahl warten lassen wollte, habe ich die wichtigsten Bilder in einem definierten, gleichen Stil bearbeitet. Soweit so gut.

Dann, Tage später sah ich, daß der ungeheure Farbraum einen Pferdefuß hatte: klar, daß Shooting war im Grünen und … und auch klar: alle Bilder hatten diesen Grünschleier. In SW kein Problem, aber in Farbe!? Und gemeinerweise war dieser Farbschleier bei dieser Cam besonders »gut und sauber« zu sehen. Sicherlich, man kann das etwas entsättigen, aber dann wäre ja der Look von Lisa dahin gewesen. Also alles wieder neu angepackt … siehe oben … Stunden später …

Das alles war denn so im November / Dezember / Januar. Und wer sich erinnert, dieser Winter war sehr trübselig. Kein Licht und wenn dann nur für wenige Stunden. Auch hier stieß mir die an sich Super-Qualität der Bilder übel auf, denn eine Bild­bearbeitung war nur zwischen 9 und 11 Uhr morgens möglich, – davor und danach ging nichts!, ich hätte alles zwei- oder dreimal gemacht … man erinnere sich … Stunden und Stunden später … Smile

So langsam hatte ich mich denn auch an den Bildern »über- und satt-gesehen« (sorry Lisa, hat nichts mit Dir zu tun). Jedenfalls merkte ich, daß hier eine Grenze erreicht wurde und es so keinen weiteren Sinn macht, – ich habe rein garnichts mehr gesehen. Also erst mal Pause!

Dann im Frühjahr noch einmal alles angepackt … Schwarz-Weiß hatte ich bereits längst an die Seite gelegt und mich zudem seit Herbst von dem dunklerem, kontrastarmen Matt-Look verabschiedet, hin zu einem helleren, farbenfroheren, herbstlichen Style, der mir hier besser zu passen schien (… das nennt sich oft auch Weiterentwicklung des Photographen).

Außerdem fand ich heraus, daß Lisa am besten in einem alten Planfilm-Format zur Geltung kommt, – Lisa schien wie gemacht dafür! – Yeah! Cool!, also alle Bilder neu beschnitten, ausgerichtet und skaliert. Doch durch den anderen Beschnitt veränderte sich auch noch die Farbbalance, – also alle Bilder erneut auf den Prüfstand und Helligkeiten / Kontraste etc. neu angepaßt.

Tja – ihr kennt das schon – wieder Stunden später, man hat ja auch sonst keine Verpflichtungen …

Lisa hatte eben das »Pech«, daß ihr Shooting das erste mit dieser anspruchsvollen Leihkamera war, was zu diesem langen »learning-by-doing« Prozeß führte, aber hinterher ist man immer schlauer. OK, jetzt weiß ich es besser. – So gesehen ist diese Kamera des Teufels und so anspruchsvoll im Workflow, daß ich erst mal die Finger davon lasse. Denn Stunden und Tage nur vor dem PC, nee – daß ist nicht mein Ding.

Lieber gehe ich raus shooten oder trinke einen Cappuchino mit meinem Model.  Smile

 

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