Peter Lindbergh  UNTOLD STORIES – ein zweiter Besuch der Ausstellung kuratiert von Peter Lindbergh in Düsseldorf

Peter Lindbergh – UNTOLD STORIES | 2

¶    … ich wollte einfach noch mal hin! Noch einmal Peter Lindbergh quasi im Original erleben, denn zwischen dem ersten Besuch im Februar und jetzt, - Juli 2020 ist viel geschehen. Ich sage nur Corona! …

¶   Beide Besuche unterscheiden sich denn auch sehr. Im Februar war die Ausstellung leidlich gut besucht. Umso erstaunter war ich, daß trotz aller Beschränkungen (Online-Ticket vorab kaufen, Online Buchung eines Zeit­fensters, Schutzmaskenpflicht, strenge Einlaßkontrolle), die Ausstellung sehr viel voller war. Dabei ähnelten die Besucher, alle mit Maske, in gewisser Weise den Akteuren in dem szenischen Shooting wie in »Invasion«.

¶   Es war wohl für viele die letzte Möglichkeit, wie auch für mich, noch einmal Peter Lindbergh mit seiner persönlichen Auswahl zu erleben.

¶   Die Ausstellung zeigte nicht die Bilder, die man aus zahlreichen Büchern und anderen Ausstellungen kennt, sondern Bilder, die Peter Lindbergh ganz persönlich am Herzen lagen, – dabei auch vermeintlich banale Bilder abseits der Modelshootings sowie Bilder von Models und Frauen, mit denen ihn wohl eine persönliche Beziehung verband.

¶   Die Unterschiede zwischen der Außendarstellung dieser Frauen und den Bildern von Peter Lindbergh sind gewaltig. Zum Beispiel Mariacarla Boscono, die auf allen Laufstegen der Welt zuhause ist und die das neue Gesicht von H&M »nach« Kate Moss wurde. Peter Lindbergh photographiert sie völlig anders, als selbstbewußte Frau – ungeschminkt, tänzerisch, selbstvergessen und natürlich. Nicht viel anders die Bilder von Irina Shayk, Nicole Kidman, Tao Okamoto und Helen Mirren … Immer unverstellt und sehr authentisch.

¶   Jedes dieser Bilder ist direkt auf den Punkt, sehr persönlich und zugleich den Frauen zugewandt. Peter Lindbergh photographierte Persönlichkeiten, nicht nur Models mit einer Direktheit, die aber nie unfreundlich daherkommt. Die Bildaussage, das Gefühl war ihm wichtiger als technische Perfektion. Die Arbeiten entfalten eine Wucht, der man sich schwer entziehen kann. Vielleicht war Peter Lindbergh nur ein guter Photograph, der vor allem an seinen Menschen interessiert war und nicht der (oberflächliche) Modephotograph, als der er oft etikettiert wurde. Die Bilder dieser Ausstellung sind daher Geschichten, die noch nie erzählt wurden … eben »Untold Stories«.

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